Header-Bild mit Überschrift "Sie machen Deepfakes. Wir machen Druck." sowie auf der rechten Seite ein verpixeltes Bild der Justicia-Statue

Unsere Chance: Jetzt sexualisierte Deepfakes stoppen

 

Collien Fernandes ist kein Einzelfall: Sexualisierte Deepfakes entstehen in Sekunden. Statt zu helfen, machen Tech-Konzerne Profit mit dem Leid von Frauen und Mädchen.

Ein Gesetzentwurf soll jetzt endlich Schutz bringen. Doch er droht verwässert zu werden.

Mit unserer Petition fordern wir bei der Justizministerin umfänglichen Schutz. Dafür brauchen wir aber dringend noch mehr Unterschriften.

Stell dir vor, dein Gesicht in einem Deepfake-Porno. Mit KI-Tools wie Elon Musks Grok lassen sich in Sekunden ohne Einvernehmen sexualisierte Videos erstellen und verbreiten. Sie landen auf Pornoplattformen und in Suchmaschinen wie Google.

Und alle verdienen mit: Plattformen, App-Stores, Zahlungsdienste, Hosting-Anbieter, während betroffene Frauen buchstäblich durch die Hölle gehen. Denn wenn die Bilder einmal im Netz sind, ist es sehr schwer, sie wieder herauszubekommen.

Doch es gibt Hoffnung: In den nächsten Tagen will das Justizministerium einen Gesetzentwurf vorlegen, der Betroffene vor geklauten und gefälschten Nacktbildern besser schützen soll. Doch schon jetzt wird versucht, das Gesetz mit falschen Behauptungen zu diskreditieren und Stimmung gegen Betroffene zu machen. Die Gefahr: Der Entwurf könnte im Bundestag verwässert werden und wirkungslos verpuffen.

HateAid - Aktion vor dem Bundesministerium: Face Swap Apps stoppen - Anna-Lena von Hodenberg und C. Copyright: Nick Jaussi

Das müssen wir verhindern: Collien Fernandes hat mit ihrem Mut den Missstand auf die Titelseiten gebracht. Jetzt müssen wir die Forderungen in die Politik bringen – mit 100.000 Unterschriften unter dieser Petition. Die wollen wir Justizministerin Hubig übergeben. Die Zeit ist knapp.

Wir brauchen dich: Schick die Petition jetzt an drei Leute, beste Freundin, Kollegen oder in den Familien-Chat. Jetzt ist die Chance, dass wir gemeinsam wirklich etwas verändern.

Nach Jahren: Mehr Schutz per Gesetz 

 

„Übertrieben und unpassend”, – so reagierte man 2021 in Brüssel auf uns. Wir forderten lediglich auf EU-Ebene, Frauen und Mädchen vor geklauten und gefälschten Nacktbildern zu schützen. Denn schon damals sahen wir die Gefahr, die die neu aufkommenden Apps darstellten, mit denen sexualisierte Deepfakes plötzlich in Sekundenschnelle erstellt werden konnten.

Wir blieben trotzdem dran und hartnäckig. Zunächst mit Erfolg: Unsere Forderung brachte es sogar bis in die letzte entscheidende Verhandlungsrunde des Digitale Dienste Gesetzes – und fiel dann in der letzten Minute überraschend einem politischen Tauschgeschäft zum Opfer. Eine bittere Enttäuschung für alle Frauen und Mädchen in der EU. Doch wir gaben nicht auf.

2023 versuchten wir gemeinsam mit Collien Fernandes, eine Petition an Digitalminister Wissing zu übergeben. Sein Ministerium nahm sie erst nach einem Jahr und öffentlichem Druck entgegen. Passiert ist dann aber nichts. In der Zwischenzeit erreichten uns immer mehr Fälle von Frauen: Ihre Bilder geklaut, manipuliert, vor den Augen der ganzen Welt entblößt.

Dann der erste Durchbruch: Wir fuhren nach Straßburg und brachten betroffene Frauen mit Abgeordneten des EU-Parlaments an einen Tisch. Die EU entschied: Ab 2027 müssen alle EU-Staaten die Verbreitung solcher Bilder und Videos strafbar machen. Doch eine gravierende Lücke blieb: Die Erstellung von gefälschten Nacktbildern, etwa durch Face-Swap-Apps oder KI-Tools wie Grok, blieb rechtens.

Weltfrauentag Aktion Berlin

Vor einem halben Jahr unterstützten wir dann Laura, eine mutige Lehrerin, dabei, gegen den Tech-Konzern Google vor Gericht zu ziehen. Die Suchmaschine zeigt täglich gestohlene und gefälschte Nacktbilder, von Laura und von unzähligen anderen Frauen. Gegen ihren Willen. Und Google? Macht weiter Profit damit.

Jetzt liegt endlich ein Gesetzentwurf auf dem Tisch. Deutschland könnte wie Spanien zum Vorbild in der EU werden: mit einem Gesetz, das die Erstellung und die Verbreitung von nicht einvernehmlichen sexualisierten Deepfakes unter Strafe stellt.

Jetzt kommt es darauf an: Wir wollen nochmal richtig laut werden und darauf bestehen, dass mit dem Gesetz wirklich umfassende Maßnahmen ergriffen werden. Dafür brauchen wir über 100.000 Unterschriften. Schicke die Petition jetzt an drei Personen weiter und bitte sie, zu unterschreiben. 

Viele Grüße
dein HateAid-Team

 

PS: Weißt du, warum Collien Fernandes in Spanien klagt? Weil dort nach einem Skandal um gefälschte Nacktbilder von minderjährigen Schülerinnen die Gesetze so nachgebessert wurden, dass sie Frauen und Mädchen wirklich schützen. In Deutschland warten wir noch darauf. Deshalb: Leite jetzt die Petition an drei Personen weiter! 

Teamfoto HateAid

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